Konzept des gemeinsamen Lernens

 

Organisatorisches

Seit dem Schuljahr 2007/2008 wurde in kleinen Schritten das Gemeinsame Lernen eingeführt und ausgebaut. Zunächst mit einzelnen Kindern, die stundenweise von einer Sonderpädagogin betreut wurden.

Die Anzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf stieg, so dass seit dem Schuljahr 2010/2011 die Kinder von zwei Sonderpädagoginnen unterstützt werden. Gemeinsames Lernen findet, der Klassensituation und den jeweiligen Förderschwerpunkten entsprechend, sowohl im Team (Grundschullehrkraft, Sonderpädagogin) innerhalb der Klasse als auch klassenübergreifend in Kleingruppen statt.

Wir haben zusätzlich fünf Integrationskräfte, die die Kinder entsprechend ihrem Bedarf zeitweise unterstützen. In den Stunden, in denen keine Sonderpädagogin anwesend ist, erhält die jeweilige Lehrkraft nach Möglichkeit Unterstützung durch eine der Integrationskräfte. Grundsätzlich sind wir offen für Kinder aller Förderschwerpunkte, jedoch setzen die schulischen Rahmenbedingungen unserem Integrationswunsch Grenzen.


Zusammenarbeit mit den Kolleginnen

Nach Möglichkeit planen SonderpädagogInnen und LehrerInnen der Klassen, in denen mehrere Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind, Unterricht und Förderung in gemeinsamen Teamsitzungen. Dabei fließen die unterschiedlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Vorlieben synergetisch in die Planung ein. Darüber hinaus ist auf diese Weise der Informationsaustausch über alle Kinder der Klasse gewährleistet. Der gewohnte Unterrichtsfluss bleibt auch bei evtl. Abwesenheit einer Pädagogin erhalten. Die Integrationskräfte unterstützen die Kinder mit Förderbedarf nach den Anweisungen der Sonderpädagogin.

Mit Kolleginnen, die nur wenige Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Klasse haben, werden individuelle Absprachen getroffen. Ebenso gibt es einen Austausch und ein Beratungsangebot für alle Kolleginnen, auch bezüglich der Kinder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, z.B. bei akuten familiären Krisensituationen, temporären oder längerfristigen Lern- und Leistungsbesonderheiten einzelner Kinder.

Ein Austausch der Sonderpädagoginnen untereinander findet statt (Diskussion von Lernkonzepten, Diagnostik, Materialaustausch, gemeinsamer Besuch von Fortbildungen, kollegiale Fallberatung, Informationsweitergabe, perspektivische Weiterentwicklung des Gemeinsamen Lernens).

 

Organisation der Unterrichtung/Erziehung/Förderung

Die Auswahl der Organisationsform findet stets auf Grundlage der individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder und natürlich im Rahmen der institutionellen Möglichkeiten statt. Ziele, Inhalte und Methoden des Unterrichtens und Erziehens machen wir den Eltern in häufigen Gesprächen transparent oder auch durch Plakatieren z.B. des Wochenthemas und von Unterrichtsergebnissen. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit mit den „am Kind tätigen“ Fachkräften/Therapeuten.

 

Beispiele der Fördermöglichkeiten

Einzelförderung im Klassenverband
Das Mehrpädagoginnensystem bietet die Möglichkeit zu situationsgebundener individueller Betreuung/Zuwendung/Kommunikation auch innerhalb des Klassenverbandes.

  • Spiegelung, Umlenken von unerwünschten Verhaltensweisen
  • Reflexion des Verhaltens während des Unterrichts oder danach
  • Vertrauens- und Beziehungsaufbau im „Vieraugengespräch“
  • Individuelle, begleitete Time-out Situationen, auch präventiv
  • Erhöhung der Frustrationstoleranz

Kleingruppenförderung (jahrgangsübergreifend)
Kompetenzen im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung (z.B. Kooperationskompetenzen, Konfliktlösungsstrategien etc.) sollten tendenziell zunächst in Kleingruppen oder Einzelförderungen trainiert und gefestigt werden, um das Erlernte im Anschluss in der Großgruppe Klasse anzuwenden.
Kinder mit dem Förderbedarf Lernen oder Geistige Entwicklung können ihrem Lernstand entsprechend und ohne den direkten Leistungsvergleich in ihrer Stammlerngruppe arbeiten.
Unsere Lernangebote umfassen folgende Kompetenzerweiterungen:

  • Sozialtraining
  • Kommunikationsfähigkeiten
  • Kooperationskompetenzen
  • Entspannungsverfahren
  • Fächerspezifische Schwerpunkte

 

Integrative Förderung

Nach Möglichkeit lernen alle Kinder einer Klasse an einem Gegenstand/Thema auf unterschiedlichen Wegen, mit unterschiedlichen Kompetenzerwartungen und unterschiedlichem Material. Von dieser Vielfalt profitieren alle Kinder.

  • Differenzierungsangebote
  • Strukturhilfen während des Unterrichts (z.B. Arbeitsplatzorganisation)
  • Begleitung/Unterstützung bei Kooperationsprozessen und offenen Unterrichts-situationen
  • Individualisierte Angebote innerhalb von Wochenplanarbeit, Werkstätten, Lernbüffets  und Stationenarbeit
  • Integrierte Freiarbeit
  • Installierung von Helfersystemen (klassenintern und –extern)
  • Bewegungspausen